FAQ

Wie entstand eigentlich die Äss-Bar?

Die Äss-Bar wurde im 2013 von vier Freunden als GmbH gegründet. Vorreiter eines solchen Konzeptes gab es bereits in Deutschland und Frankreich. Inspiriert durch die bestehen Konzepte und ermutigt durch die positiven Rückmeldungen aus der Bäckereibranche, eröffnete im Herbst 2013 die erste Filiale im Zürcher Niederdorf. Aufgrund der guten Resonanz kamen im Laufe der Jahre weitere Filialen in der Deutschschweiz und der Romandie hinzu. 

Welches Ziel verfolgt die Äss-Bar und was wird alles angeboten?

Ziel der Äss-Bar ist es, Lebensmittel vom Vortag noch an den Mann oder die Frau zu bringen. Dabei liegt der Fokus auf Brot und Backwaren, ergänzt durch das erweiterte Angebot der Bäckereien (wie z.B. Salate oder Birchermüesli). Seit kurzem findet man auch Käse- und Molkereiprodukte im Sortiment, welche vom Detailhandel nicht mehr angenommen werden.
In verschiedenen Bäckereien aus dem jeweiligen Umkreis werden die Backwaren vom Vortag jeden Morgen oder am gleichen Abend abgeholt und in den eigenen Filialen der Äss-Bar verkauft.

Warum ist es Euch wichtig Foodwaste zu bekämpfen?

Lebensmittel wegzuwerfen, die noch geniessbar sind, macht einfach keinen Sinn. Der Aufwand für die Herstellung der Lebensmittel (Produktionskosten, Energie, etc.) und die dafür notwendigen Ressourcen (Anbauflächen, Wasser, etc.) sind enorm. Zusätzlich sind die Auswirkungen auf die Umwelt (Verschmutzungen durch CO2, Landverbrauch, etc.) und die Gesellschaft (Ausbeutung von Drittweltländern) beträchtlich.
Die Überproduktion hat ein Ausmass angenommen, welches nicht mehr vertretbar ist.

Wie ist der Ablauf in der Äss-Bar? Von wem werden die Lebensmittel von den Bäckereien abgeholt und wie häufig?

Die Backwaren werden jeden Morgen von den Fahrer*innen der Äss-Bar abgeholt. Jede Filiale hat ihre festen Partner-Bäckereien, welche In den meisten Fällen in drei Touren pro Tag angefahren werden. Die erste Tour startet gegen 6 Uhr, sodass zur Öffnung am Morgen die ersten Backwaren im Regal liegen. Die Fahrer*innen nehmen die bereitgestellten Waren in Bäckerkisten mit, im Austausch werden den Bäckereien dafür neue, saubere Kisten für den nächsten Tag bereitgestellt. 

Erhalten die Partnerbäckereien eine Bezahlung für die Lebensmittel?

Die Partnerbäckereien erhalten eine Rückvergütung für ihre Backwaren. Diese setzt sich aus der Menge der bereitgestellten Waren und dem Umsatz der Filialen zusammen.
Die Backwaren werden bei uns in den Filialen zu stark vergünstigten Preisen verkauft.

Wie viele Backwaren werden täglich von der Äss-Bar abgeholt?

Ca. 60 bis 80 Kisten pro Filiale. Somit retten wir ca. 800 Tonnen an Brot und Backwaren pro Jahr. Im Durchschnitt werden davon rund 90% von unseren Kunden gerettet.

Was passiert mit den Backwaren, welche nicht verkauft werden?

Backwaren, die in der Filiale nicht verkauft werden, werden je nach Standort, teilweise von gemeinnützigen Organisationen oder Madame Frigo abgeholt. In Zürich gibt es eine weitere Zusammenarbeit mit der Brauerei Oerlikon und LaFlor. Der Rest wird zu Biogas weiterverarbeitet.

Erhalten eure Mitarbeiter einen Lohn?

Die Äss-Bar ist eines der wenigen Konzepte im Bereich «Anti-Foodwaste», welches
sich wirtschaftlich selbst trägt. Deshalb werden allen Mitarbeiter*innen branchenübliche Löhne gezahlt.

Welche Zielgruppe spricht die Äss-Bar an?

Das Besondere bei unserem Konzept ist, dass es nicht DEN einen Abnehmer gibt. Die Zielgruppe ist bunt gemischt – alt, jung, arm und reich. Wir sehen Banker in Anzügen zu uns kommen, aber auch Menschen mit augenscheinlich weniger Geld, Studierende, Schüler*innen.
Grob lässt sich unsere Kundschaft sicherlich unterteilen: Es gibt jene, die den finanziellen Aspekt schätzen und jene, die das Thema Foodwaste verinnerlicht haben.

Wie viel Foodwaste entsteht eigentlich in der Schweiz?

Sowohl weltweit als auch in der Schweiz geht über die Lebensmittelkette etwa ein Drittel aller Lebensmittel verloren oder wird weggeworfen. Während in reicheren Ländern ein Grossteil von Endkonsumenten weggeworfen wird, landet in ärmeren Ländern in den Haushalten sehr wenig im Abfall. In diesen Regionen der Welt sind dafür die Verluste bei der Ernte, in der Lagerung und der Verarbeitung höher, da effiziente Technologien und das nötige Know-How weniger verbreitet sind. (Quelle: foodwaste.ch)

Was kann jeder Einzelne gegen Foodwaste tun?
Kreativität – Organisation - Analyse

Kreativität: Überlege dir neue Rezepte mit Zutaten, die du bereits zu Hause hast. Du wirst überrascht sein, was dabei grossartiges entstehen kann.

Organisation: Überlege welche Mengen und Produkte du tatsächlich benötigst. Achte auch beim Einkauf auf regionale und saisonale Lebensmittel. Schau doch mal unter www.hofsuche.vomhof.ch vorbei, vielleicht findest du einen Ab-Hof Verkauf in deiner Nähe.

Analyse: Viele verpackte Lebensmittel werden weggeworfen, obwohl sie noch in einwandfreiem Zustand sind und das nur weil das aufgedruckte Datum überschritten ist. Vertraue deinen Sinnen - sehen, riechen, schmecken – um zu erkennen, ob ein Produkt wirklich verdorben ist, oder noch ohne Probleme geniessbar ist.

Wo finde ich weitere Informationen zum Thema Foodwaste?

Wir arbeiten eng mit foodwaste.ch zusammen. Dort findest du weitere Informationen und Kennzahlen. 

Hast du noch weitere Fragen?

Dann schreib uns einfach eine E-Mail an info@aess-bar.ch